Gravelbike & Rennradfahren auf Gran Canaria – was ist anders?

Wer auf Gran Canaria mit dem Rennrad oder Gravelbike unterwegs ist, trifft auf Bedingungen, die mit Mitteleuropa wenig zu tun haben. Wir kennen die Insel und sehen bei der Wartung unserer Mieträder immer wieder, woran Gäste scheitern oder sich selbst und das Material gefährden. Deshalb hier ein ehrlicher Überblick: Was ist anders, und welche Gewohnheiten von zu Hause sollten Sie überdenken?

Berge statt Flachland: Kondition und Fahrtechnik

Ebene Touren gibt es auf Gran Canaria kaum. Die attraktivsten Strecken führen alle ins bergige Zentrum der Insel, mit mindestens 500 Höhenmetern und teilweise sehr steilen Anstiegen und Abfahrten. Gefragt ist deshalb nicht nur eine Mindestkondition, sondern auch die passende Fahrtechnik. Unsere Rennräder und Gravelbikes haben dafür eine bergfreundliche Übersetzung, die Rennräder vorne 50/34 und hinten 11–34, die Gravelbikes mit 46/30 noch kleiner.

Bremsen: Vorder- und Hinterradbremse nutzen

Auf langen, steilen Abfahrten muss die Bremsarbeit auf beide Bremsen verteilt werden, wobei die Vorderradbremse den größten Teil der Bremswirkung liefert. Wer gewohnt ist, aus Vorsicht nur mit der Hinterradbremse zu bremsen, ist für Gran Canaria de facto nicht fahrtauglich. Das gefährdet Sie selbst und schadet dem Material: Die Hinterradbremse überhitzt, und Vollbremsungen mit blockiertem Hinterrad führen zu Stürzen. Außerdem kann der Reifen durch den Abrieb bis auf die Textilschicht unbrauchbar werden. Genau dieses Fehlverhalten sehen wir bei der Wartung leider immer wieder.

Natur: Kakteen, Vulkangeröll und Reifenpannen

Die kanarische Natur ist unbarmherziger als zu Hause. Nadeln der Tunakaktee liegen überall verstreut, und auf Schotterwegen kommt oft scharfes Vulkangeröll dazu. Einen platten Reifen reparieren zu können, ist deshalb Mindestanforderung, es sei denn, Sie möchten ein Taxi für die Heimreise bezahlen. Ersatzschlauch, Reifenheber und Not-Luftpumpe gehören bei uns zum Mietpreis.

Aus demselben Grund sind Gravelbikes nicht für ausgiebige Geländefahrten geeignet. Für Off-Road-Strecken greifen Sie bitte immer auf Mountainbikes zurück.

Straßenverkehr: entspannter als gedacht

Etwas Positives: Die überwiegende Mehrheit unserer Gäste berichtet, dass kanarische Autofahrer sehr rücksichtsvoll und mit dem gebotenen Mindestabstand überholen. Sie müssen also keine Angst vor den Landstraßen haben. Radwege gibt es außerorts allerdings keine, Sie teilen sich die Straße mit dem Autoverkehr.

Touren planen: lieber mit Ortskenntnis

Statt ohne Ortskenntnis auf einer abstrakten Karte selbst Touren zu planen, laden wir Sie ein, unsere Tourensammlung zu studieren, teils hier auf der Website, teils auf Komoot. Wir kennen die Insel bestens und wissen, wo sich das Fahren lohnt und welche Sehenswürdigkeiten sich unterwegs mitnehmen lassen. Einen Einstieg bieten unsere Tourenvorschläge, zum Beispiel die Rennradtour Vegueta – Pino Santo – Teror, und unsere Karte mit den wichtigsten Roadbike-Routen ab Las Palmas.

Strava und viele andere Tourenportale enthalten auch individuelle Trainingsrouten von Einheimischen, die für Besucher oft weniger interessant sind. Google Maps ist auf Gran Canaria nach unserer Erfahrung für Fahrradrouten eher ungeeignet und führt oft unsinnig. Greifen Sie besser auf spezialisierte Radfahr-Apps zurück.

Sorgfalt mit dem Mietrad

Bitte behandeln Sie das Mietrad stets sachgemäß und sorgfältig. Das bedeutet zum Beispiel:

  • Rad nicht hinlegen und nicht an eine Hauswand lehnen, der Rahmen wird sonst zerkratzt.
  • Räder nicht ungeschützt und grob im Auto stapeln.
  • Keine Bürgersteigkanten überfahren.
  • Keine Abstecher auf Schotterpisten riskieren.

Mehr zu Ausstattung, Preisen und Verfügbarkeit finden Sie bei der Rennradvermietung in Las Palmas de Gran Canaria. Die Mietbedingungen sind online einsehbar.